Was sollte ich zum Thema Hypothekenzinsen wissen?

Hypothekenzinsen

Der Traum vom Eigenheim ist nach wie vor aktuell. Viele Paare träumen von einem Häuschen im Grünen und möchten sich diesen Wunsch gemeinsam erfüllen. Die wenigsten können die Immobilie jedoch bar bezahlen und so steht vor der Erfüllung des Traums die Aufnahme einer Baufinanzierung. Wenn alle Bedingungen der Bank erfüllt werden, dürfte der Vergabe eines Immobilienkredits nichts im Wege stehen. Dennoch gibt es ein paar Punkte, die auf dem Weg zum Eigenheim bedacht werden sollten, um die Kosten möglichst gering zu halten.

Kurze Laufzeit und niedrige Raten treiben die Kosten in die Höhe

Vor allem in Niedrigzinsphasen locken die Banken und Kreditinstitute mit günstigen Konditionen. Wer Geld sparen möchte, der sollte sich dann für einen Kredit entscheiden, wenn die Zinsen am niedrigsten sind. Dennoch können auch die günstigen Angebote zur Kostenfalle für die Kreditnehmer werden. Das ist vor allem der Fall, wenn sich die Kreditnehmer für eine möglichst niedrige Rate entscheiden, um die monatlichen Kosten im Rahmen zu halten. Auf den ersten Blick erscheint diese Variante zwar als vorteilhaft, doch ist hier auch die Tilgung entsprechend gering. Ein niedriger Tilgungssatz ist auf Dauer nicht zu empfehlen. Bei niedrigen Zinsen ist eine höhere Tilgung von Vorteil, da die Restschuld so im Laufe der Jahre immer niedriger wird, aber die Rate gleich bleibt. So nimmt der Zinsanteil ab, während mehr getilgt werden kann.

Viele Verträge werden mit einer Laufzeit und Zinsbindungszeit von 10 Jahren abgeschlossen. Allerdings bieten die Niedrigzinsen auch Vorteile für Kredite mit einer höheren Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren. Zwar sind die Konditionen für die längere Zinsbindung höher, aber auf die gesamte Laufzeit umgelegt, fahren die Kreditnehmer so immer noch besser. Zusätzlich erhalten sie dadurch eine hohe Sicherheit, da die Tilgung deutlich höher ist als bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Durch die niedrige Restschuld bleiben die Monatsraten auch bei einer Anschlussfinanzierung bezahlbar.

Geringe Tilgung verlängert die Laufzeit eines Darlehens

Die Niedrigzinsen locken mit besonders günstigen Konditionen, doch sind die Kreditnehmer damit noch lange nicht auf der sicheren Seite. Günstige Zinssätze verleiten zu niedrigen Ratenzahlungen. Die Folge: Die Tilgung fällt deutlich geringer aus und die Laufzeit verlängert sich entsprechend. Liegt der Zinssatz bei 6 Prozent und die Tilgung beträgt 1 Prozent, so müssen die Kreditnehmer eine Laufzeit von ungefähr 32 Jahren einplanen. Ist der Zinssatz noch niedriger, beispielsweise bei 4 Prozent, so erhöht sich die Tilgung auf bis zu 40 Jahre. Bei niedrigen Zinsen sollten sich die Kreditnehmer immer für eine höhere Tilgung entscheiden. Anzuraten sind 2 bis 3 Prozent. Ansonsten können die monatlichen Belastungen für die Anschlussfinanzierung höher ausfallen, als ursprünglich geplant. Durch die höhere Tilgung tilgt der Kreditnehmer das Darlehen in kürzer Zeit und profitiert dann auch tatsächlich von den niedrigen Zinssätzen. Andernfalls können die günstigen Konditionen für die Kreditnehmer zu einer unkalkulierbaren Kostenfalle werden.

Darlehen mit Sondertilgung vereinbaren bringt Vorteile

Viele Kreditnehmer entscheiden sich gegen eine Sondertilgung, doch kann diese Option die Laufzeit des Darlehens und damit die Kostenbelastung erheblich senken. Wer durch eine Erbschaft oder eine Auszahlung der Lebensversicherung außerplanmäßige Einzahlungen vornehmen kann, der profitiert nachhaltig von der Sondertilgung. Allerdings sollten diese Einzahlungen möglichst frühzeitig vorgenommen werden, um die Laufzeit bestmöglich zu reduzieren. Inzwischen bieten zahlreiche Banken und Kreditinstitute die Sondertilgung in einem gewissen Rahmen sogar kostenlos an. Beim Abschluss einer Baufinanzierung sollten die Kunden daher unbedingt darauf achten, ob ein Sondertilgungsrecht vertraglich festgelegt ist und wenn ja, ob damit Kosten verbunden sind oder nicht.

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